Jahrestagung der DGÄZ in Kooperation mit der DGKFO

Mehr Kooperation Zahnmedizin/Kieferorthopädie gewünscht

Die Zahnmedizin wünscht sich – und braucht – mehr Unterstützung durch die moderne Kieferorthopädie: Das betont Prof. Dr. mult Robert Sader, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Zahnheilkunde/DGÄZ.

„Wir wünschen uns seitens der Kieferorthopäden noch mehr Interdiszplinarität und mehr ‚Dienstleistungsbewusstsein‘ gegenüber zuweisenden Zahnärzten auf dem Gebiet der ästhetischen Restaurationen“, denn, so der Präsident der wissenschaftlichen Fachgesellschaft: „Noch spielt die moderne Kieferorthopädie in der Zahnerhaltung und der Zahnmedizin insgesamt eine viel zu geringe Rolle!“

Die Möglichkeiten, die dieses Fach mittlerweile mit seinen ausgefeilten Verfahren biete, seien in vielen Fällen die bessere Alternative zu traditionellem Vorgehen. Um die Möglichkeiten für beide Seiten – Zahnärzte wie Kieferorthopäden – noch mehr ins Bewusstsein zu rücken und eine Brücke zu schaffen, hat die DGÄZ am 14. und 15. Oktober ihre diesjähriges Jahrestagung im neu renovierten Hotel Bachmair – Weissach am herbstlichen Tegernsee ganz bewusst und erstmals zusammen gestaltet mit der DGKFO. „Unser Kongress-Motto lautet zwar ‚Ästhetik trifft Kieferorthopädie‘ – aber genau genommen kann man das auch andersherum lesen. Wir wissen von unseren kieferorthopädischen Mitgliedern in der DGÄZ, dass sie erst über unsere Tagungen verinnerlicht haben, welch großes und für sie noch ungeborgenes Potential der interdisziplinäre Ansatz bietet – und wie viel interessanter der Praxisalltag geworden ist, seit mehr und mehr im Team-Approach gearbeitet wird.

In der DGÄZ gibt es mittlerweile eine ganze Reihe erfolgreicher Netzwerke – das können wir unseren Kolleginnen und Kollegen aus allen Fächern nur ans Herz legen! Mit unserer Jahrestagung wollen wir sozusagen einen Schalter in den Köpfen umlegen und auf Grün stellen.“ Unterstützt wird dieser Ansatz ausdrücklich von Prof. Dr. Andreas Jäger, Präsident der DGKFO. Das Tagungsprogramm, das auch bewusst Doppelvorträge Kieferorthopäde/Zahnarzt ausweist, vermittelt Modelle, wie so eine Zusammenarbeit an konkreten Fällen ablaufen kann, sowie vielfältige fachliche Therapieanleitungen für Kieferorthopäden und Zahnärzte gleichermaßen.

„Wir wollen damit auch den Zahnärzten zeigen“, so Professor Sader, „dass Kieferorthopädie heute nicht mehr ausschliesslich Kinderbehandlung ist und mitgedacht werden muss, wenn ein Teamgedanke wächst. Auch in der Kieferorthopädie selbst wird man sich mehr und mehr mit dieser Veränderung befassen müssen, denn mit den Möglichkeiten des Faches steigt auch die Erwartungshaltung.“ Gesellschaftlich werde man ohnehin nicht mehr um das Thema ‚Erwachsenenbehandlung‘ und auch den Anspruch der Patienten an Ästhetik herumkommen: Laut einer brandaktuellen Statistik des entsprechendes Bundesamtes ist die Zahl der Kinder in Deutschland in den vergangenen 10 Jahren um 2,1 Millionen gesunken.

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